Weinflasche
Um den Wein an den Kunden zu bringen, ist die Weinflasche heutzutage das meist verbreitete Behältnis. Bevor die Weinflasche im 17. Jahrhundert ihren Siegeszug antrat, erfolgte bis dahin die Weitergabe des edlen Getränkes auf eher unkonventionelle Art und Weise. So wurde der Wein zwar schon in Fässern gelagert aber die Verbreitung unters Volk erfolgte in Metall- bzw. Keramikkrügen, die eher an die Formen von Kochtöpfen erinnerten. Weitaus gewöhnungsbedürftiger, aber für damalige Verhältnisse an der Tagesordnung, dürfte die Verbreitung des Getränkes in Tiergedärmen gewesen sein. Der rasanten Ausbreitung der Weinflasche stand nun nichts mehr im Wege. Neben der besseren Ansehnlichkeit der Flasche, im Gegensatz zu einem Tierdarm, dürfte wohl die Tatsache überzeugt haben, dass Glas chemisch neutral und somit ein idealer Flüssigkeitsbehälter ist. Ein weiterer Vorteil der Weinflasche in Verbindung mit einem Korken oder einem ähnlichen Verschluss liegt darin, dass der Wein länger haltbar ist und anstatt zu oxidieren in der Flasche zu reifen beginnt. Wie sich die Farbpalette der Weinflasche von schwarzem Glas über oliv, grün bis zu braunem und weißem Glas entwickelte, so veränderte sich auch im Laufe der Zeit ihre Form. So erhob sich die Flasche aus ihrer ursprünglich bauchigen Form zu einer höheren zylindrischen Flasche. Im Laufe der Evolution der Weinflasche bildeten sich dabei für bestimmte Regionen eigene Wesensmerkmale heraus.
