Hallo „Generation Wein“, wie schon seit langem versprochen hier mein erster Eintrag für Euren sehr lesenswerten Blog…
Mitte Juli kamen wir in den Genuss in einer gemütlichen Runde Basisweine aus dem schwierigen und ungewöhnlichen Jahrgang 2010 zu verkosten. Dabei konzentrierten wir uns auf die Rebsorte Riesling aus folgenden Anbaugebieten: Pfalz, Nahe, Mosel, Rheingau und Rheinhessen; Preisklasse 8-10 €. Wie präsentiert sich der neue Jahrgang? Wer hatte das Säuremanagement im Griff?
So, los geht’s…
Pfalz
Wgt. Rebholz, Siebeldingen: Riesling „vom Bundsandstein“ Kabinett trocken
Verhaltene Nase, leichte Citrus- und Pfirsichnoten, knochentrocken am Gaumen, sehr dominante und fokusierte Säure, die für animierenden Biss sorgt, kein charmanter, weichgewaschener Riesling, sondern einer mit feinnerviger Mineralität, Kanten und Rasse, ein Riesling für Liebhaber 87P
Wgt. Christmann, Gimmeldingen: Riesling trocken QbA
Hochreife Aromatik, gelbe Früchte, samtig und geschliffene Textur, vollmundig am Gaumen, erinnert eher an eine Spätlese, als an einen leichten frischen Basiswein, Schmelz mit fruchtiger Länge, der Wein zeigt eine tolle Entwicklung im Glas, ein sehr kraftvoller, ruhig und eleganter Wein. Lecker!!! 89P
Nahe
Wgt. Emrich Schönleber, Monzingen: Riesling trocken QbA
Feine Würze mit mineralischer Kühle im Duft, reife Frucht, unheimlich ausbalanciert, ein verspielter, lebendiger Riesling, langer Nachhall, tolle Saftigkeit mit viel Druck am Gaumen, sehr präzise, in dieser Preisklasse ein unschlagbarer Basisriesling, der durch seine klare, fast schon mineralische Struktur und Frische, brilliert 89P
Wgt. Schäfer Fröhlich, Bockenau: Riesling trocken QbA
Anfangs leicht verspielt mit Spontinoten, verschlossen, leichter Schmelz, baut im Glas schnell ab und wirkt nach kurzer Zeit recht unharmonisch, schwieriges Stadium zum probieren, muss nochmal in die Nachverkostung… 86P
Rheingau
Wgt. Leitz, Rüdesheim: Rüdesheimer Riesling trocken QbA
Kühle und frische Aromen, viel Citrus, grüner Apfel, pikante Säure mit sehr schlankem Körper, puristisch klar, am Gaumen fast schon neutral, einfach gestrickter, geradliniger Riesling mit Rasse o.k. 85P
Wgt. Weil, Kiedrich: Rheingau Riesling trocken QbA
Aromen von süßem grünem Apfel in der Nase, modern klare Textur, sehr eleganter Körper mit schönem Süße-Säure-Spiel, schlank und präziser Wein, glasklar, ein toller Rheingau-Riesling! 87P
Mosel
Wgt. Van Volxem, Wiltingen: Saar Riesling trocken QbA
Viel Würze im Duft, reife, weiche Frucht, schmelziger Körper, leider ohne viel Spiel am Gaumen, baut schnell ab, Körper ist sehr geprägt von Restsüße, mollig, für einen Basiswein vermisst man ein wenig die Frische und Schlankheit… 84P
Wgt. Haag, Brauneberg: Riesling trocken QbA
Sehr klare Frucht nach Grapefruit und Limette, glasklar im Ausdruck, frisch, kühle Mineralik, puristisch mit schlankem Körper, tolle harmonische Säure, wunderbar ausbalanciert, ein Moselriesling, wie er sein muss, Chapeau!!! 88P
Rheinhessen
Wgt. Wittmann, Westhofen: Riesling trocken QbA
Fruchtiger Wein mit delikatem Schmelz, sehr saftig mit vollem Körper, der Wein ruht in sich, ausgewogen, ein toller Riesling 88P
Wgt. Keller, Flörsheim-Dalsheim: Riesling trocken QbA
Der Wein zeigt eine grüne, unreife Aromatik, am Gaumen wirkt er etwas unharomisch, rassige Säure, viel Citrus, schlanker Körper 84P
Fazit
Meiner Meinung nach ist 2010 ein vielversprechender Jahrgang für Weisswein und speziell Riesling. Die Weine zeigen eine extrem klare Fruchtausprägung mit belebender Frische und präzisem, schlankem Körper. Von unharmonischer Säure ist kaum etwas zu spüren. Entscheidend war sicherlich das Säuremanagement. Wer dies im Griff hatte brachte wunderbar ausbalancierte Weine mit stimmiger Struktur und filigraner Verspieltheit auf die Flasche.
Die Verkostung der Basisrieslinge hat tierisch viel Spaß gemacht, mit tollen Entdeckungen. Darunter bestimmt ein, zwei geniale Weine mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der 2010er Jahrgang bleibt spannend! Ich freue mich schon auf die Großen Gewächse und hoffentlich eine baldige Süßweinverkostung mit „Generation Wein“ und den üblichen Verdächtigen…
Viele weinselige Grüße von der Nahe und bis bald!
Horrido
Daniel
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