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	<title>GENERATION WEIN WEBLOG &#187; Wissenschaft</title>
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		<title>Farbe im Rotwein &#8211; Teil I &#8211; Anthocyane</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 21:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anthocyane]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Rote Traube ist die am häufigsten angebaute anthocyanhaltige Frucht. (Bridle  und Timberlake, 1997). Die Aufgaben der Anthocyane innerhalb einer Pflanze, sind vielfältig. Sie bieten Schutz vor dem UV-Licht der Sonne, indem sie bestimmte Wellenlängen absorbieren und schützen die Pflanze als Radikalfänger bei oxidativem Stress. Aus diesem Grund sind sie meist in den äußeren Pflanzenschichten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/anthocyane1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3130" title="anthocyane1" src="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/anthocyane1-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" /></a>Die Rote Traube ist die am häufigsten angebaute anthocyanhaltige Frucht. (Bridle  und Timberlake, 1997). Die Aufgaben der Anthocyane innerhalb einer Pflanze, sind vielfältig. Sie bieten Schutz vor dem UV-Licht der Sonne, indem sie bestimmte Wellenlängen absorbieren und schützen die Pflanze als Radikalfänger bei oxidativem Stress. Aus diesem Grund sind sie meist in den äußeren Pflanzenschichten zu finden, so können Proteine in der Zelle, sowie die DNA geschützt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt, ist die Anlockung von Tieren, die aufgrund der lichtabsorbierenden Eigenschaften der Anthocyane, angelockt werden und so zur Vermehrung, respektive Ausbreitung beitragen (Mazza und Miniati, 1993).<span id="more-3129"></span></p>
<p>Je nach Sorte konnten bisher mehr als 20 verschiedene Anthocyane in Roten Trauben identifiziert werden. Malvidin-3-glucosid spielt dabei die wichtigste Rolle, gefolgt von Cyanidin- und Peonidinderivaten (Ribereau-Gayon, 1982). Zum typischen Anthocyanprofil der Roten Traube gehören weiterhin acylierte Anthocyane, die zum Teil bis zu 20 % des Gesamtgehaltes ausmachen. Es handelt sich dabei meist um coumaroylierte oder acetylierte Verbindungen, die die Stabilität der Farbe begünstigen sollen. Neuere Untersuchungen zeigen die Bildung von Pyranoanthocyanen während der Gärung oder Lagerung. Der Anthocyangehalt in Rotweinen ist abhängig von der Rebsorte, der Weinherstellung, insbesondere der Gärungsbedingungen sowie der Lagerung (Schwarz et al. 2004).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Neben Chlorophyll und Carotinoiden sind die Anthocyanidine die farbgebenden Pigmente in Pflanzen, Blüten und Früchten. Sie kommen fast ausschließlich glykosidisch gebunden vor und werden so als Anthocyane bezeichnet. Als Zuckerkomponenten sind vor allem Glucose, Galactose, Rhamnose, Xylose und Arabinose zu finden, die über eine Sauerstoffbrücke am C3-oder am C3- und C5-Atom gebunden sind.</p>
<p>Abgesehen von der Glykosidierung erklärt sich die Vielfalt der Anthocyane auch durch Bindung von phenolischen (z.B. <em>p</em>-Coumar-, Kaffee- oder Ferulasäure), oder aliphatischen Säuren (z.B. Essigsäure) am Grundgerüst (Ribéreau-Gayon, 1982; Mazza und Miniati, 1993). Anthocyane stellen die größte Gruppe an wasserlöslichen Farbpigmenten dar und ihr Farbspektrum reicht, je nach pH-Wert, Hydroxylierung und Methoxylierung des B-Rings oder Zuckerrest von rot über violett bis hin zu blau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anthocyane weisen eine positive Ladung am Sauerstoffatom im heterocyclischen C-Ring auf. Die Glykosidierung der 3-, 5- oder 7-Position im C-Ring erhöht die Stabilität sowie die Wasserlöslichkeit der Anthocyanmoleküle (Wrolstad, 2000). Bislang sind 17 natürlich vorkommende Anthocyanidine bekannt (Kong et al., 2003).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Abb. 1 zeigt die Grundstruktur der sechs wichtigsten.</p>
<p><a href="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/anthocyane.jpg"><img class="alignleft  wp-image-3132" title="anthocyane" src="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/anthocyane.jpg" alt="" width="760" height="256" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center">Abb. 1:<strong> </strong>Grundstrukturen der Anthocyanidine (Mazza und Miniati, 1993)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5> Quellen:</h5>
<p> <strong>Bridle P. und Timberlake C. F. </strong><strong>(1997): </strong></p>
<p align="left">Anthocyanins as natural food colours-selected aspects.</p>
<p align="left"><em>Food Chemistry</em><em>; </em><em>58<strong>: </strong></em><em>103-109</em><em></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mazza G. und Brouillard R. </strong><strong>(1990)</strong><strong>: </strong></p>
<p>The mechanism of co-pigmentation of anthocyanins in aqueous solutions.</p>
<p><em>Phytochem. 29: S. 4, 1097-1120</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kong J.-M., Chia L.-S., Goh N.-K., Chia T.-F. und Brouillard R. </strong><strong>(2003)</strong><strong>: </strong></p>
<p>Analysis and biological activities of anthocyanins.</p>
<p><em>Phytochem. 64: S. 923-933</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ribéreau-Gayon P. </strong><strong>(1982)</strong><strong>: </strong></p>
<p>Anthocyanins of grapes and wines. In: <em>Anthocyanins as Food Colors. </em></p>
<p><em>Academic Press Inc., New York</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schwarz M., Hofmann G. und Winterhalter P. (2004): </strong></p>
<p>Investigations on Anthocyanins in Wines from Vitis Vinifera cv. Pinotage: Factors influencing the Formation of Pinotin A and its Correlation with Wine Age.</p>
<p><em>J. Agric. Food Chem. 52: S. 498-504</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schwarz M., Wray V. und Winterhalter P. (2004): </strong></p>
<p>Isolation and identification of novel pyranoanthocyanins from black carrot (<em>Daucus Carota L.</em>) Juice.</p>
<p><em>J. Agric. Food Chem. 52: S. 5095-5101</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Wrolstad R. E. (2000): </strong></p>
<p>Colorants In Food Chemistry: Principles and Applications. G.L. Christen</p>
<p>und J.S. Smith (Eds.).</p>
<p><em>Science and Technology System, West Sacramento, CA.</em></p>
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		<title>Schwefel im Wein Teil II &#8211; enzyminaktivierende Wirkung</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 13:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Enzyme]]></category>
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		<description><![CDATA[Im heutigen Artikel der Serie &#8221; Schwefel im Wein&#8221; widmen wir uns der enzyminaktivierenden Wirkung der schwefligen Säure. In der Weinbereitung wird die mikrobiologische, wie auch die sauerstoffübertragende Wirkung der schwefligen Säure durch Inaktivierung von Enzymen genutzt. Die beiden Diphenoloxidasen Tyrosinase und Laccase, welche für enzymatische Bräunungsreaktionen verantwortlich sind werden durch die schweflige Säure gehemmt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_3058" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/sulphur_block_at_shantz_alberta_2003.jpg"><img class="size-medium wp-image-3058" title="Sulphur Block at Shantz, Alberta 2003" src="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/sulphur_block_at_shantz_alberta_2003-300x186.jpg" alt="" width="300" height="186" /></a><p class="wp-caption-text">Schwefel Blöcke in Shantz, Alberta 2003</p></div>
<p>Im heutigen Artikel der Serie &#8221; Schwefel im Wein&#8221; widmen wir uns der enzyminaktivierenden Wirkung der schwefligen Säure. In der Weinbereitung wird die mikrobiologische, wie auch die sauerstoffübertragende Wirkung der schwefligen Säure durch Inaktivierung von Enzymen genutzt. Die beiden Diphenoloxidasen Tyrosinase und Laccase, welche für enzymatische Bräunungsreaktionen verantwortlich sind werden durch die schweflige Säure gehemmt. Die Tryosinase, ein traubeneigenes Enzym, welches trubgebunden im Most vorkommt, kann mit 20 mg/L zu 60 % und mit 80 mg/L zu 99 % inaktiviert werden. Im Gegensatz zur Tryosinase ist die Laccase ein im Most lösliches Exo–Enzym verschiedener Schimmelpilze und gelangt über faules Lesegut in den Most. Die Hemmung des Enzyms mit schwefliger Säure gestaltet sich schwierig, da bei einer Gabe von 80 mg/L nur 10% inaktiviert werden. Eine Schwefelung im Weinstadium hat dagegen eine dreifach stärkere Wirkung auf die Laccase.<span id="more-2793"></span><br />
Außerdem hemmt schweflige Säure Enzyme, deren Proteinmoleküle Disufidgruppen enthalten, dabei spaltet Bisulfit Disulfidbrücken auf und zerstört somit Sekundär- und Tertiärstruktur der Ezymproteine. ( z.B. Thiamin ) Weiterhin geht SO2 Additionsreaktionen mit den Cofaktoren NAD und FAD ein und hemmt somit Enzyme, die diese Cofaktoren benötigen. (M. Christmann 2008)</p>
<p>Bei der visuellen Beurteilung von Versuchsweinen, wurden unbehandelte Weine als deutlich hochfarbiger beurteilt als wie die anderen Versuchsvarianten. Grund hierfür ist die Enzymaktivität von Tyrosinase und Laccase, welche durch die Abwesenheit von schwefliger Säure nicht gehemmt werden konnte. Dadurch kam es in Verbindung mit phenolischen Substanzen zu einer Bräunungsreaktion (Phenole werden zu Chinonen oxidiert).  Beide Enzyme sind thermolabil. Im Falle der Tyrosinase, ist eine Abreicherung durch den Einsatz von Bentonit möglich.</p>
<p>Quellen:<br />
Bassermann-Jordan, J. (1941): Aus der Geschichte des Schwefelns. Der Deutsche Weinbau, Folge-Nr. 1, S. 3-8.<br />
Wucherpfennig, K. (1984): Die schweflige Säure im Wein &#8211; önologische und toxikologische Aspekte. Deutsche Weinbau-Jahrbuch 1984, 35. Jahrgang, Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirsch, S. 213-241.<br />
Troost, G.: Technologie des Weines. Ulmer Verlag, Stuttgart, 1988<br />
Würdig G. und R: Woller: Chemie des Weines (Handbuch der Lebensmitteltechnologie) Ulmer Verlag, Stuttgart, 1989<br />
GOESSINGER, M. 2001: Böckser: Ursachen und deren Behandlung. Jahrestagebuch in Wolfpassing Dezernat Weinbauamt mit Weinbauschule Eltville, Info Blatt „schweflige Säure“ , 2009<br />
Prof. Dr. M. Christmann (2008) Schwefeln von Wein Lehrveranstaltung Nr. 6670.1 Technologie der Weinbereitung</p>

						<div id="pdrp_endAttribution">
						<a title='Photo added to WordPress via PhotoDropper' class='pdrp_link pdrp_visitLink' href='http://www.photodropper.com/'>photo</a> by: 
						 
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								Gord McKenna</a>
						</div>
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		<title>Die Wirkung von Schwefel im Wein &#8211; Teil I</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 09:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon in der Antike wurde schweflige Säure zur Weinbereitung eingesetzt. Griechen und Ägypter nutzten die Dämpfe um Gefäße zu desinfizieren und Weine haltbar zu machen. Wahrscheinlich setzten Römer den Schwefel schon routinemäßig für die Weinbereitung ein. ( Bassermann-Jordan, J. 1941) Heutzutage ist die schweflige Säure bei der Weinbereitung gar nicht mehr wegzudenken, kommt sie doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Schon in der Antike wurde schweflige Säure zur Weinbereitung eingesetzt. Griechen und Ägypter nutzten die Dämpfe um Gefäße zu desinfizieren und Weine haltbar zu machen. Wahrscheinlich setzten Römer den Schwefel schon routinemäßig für die Weinbereitung ein. ( Bassermann-Jordan, J. 1941) Heutzutage ist die schweflige Säure bei der Weinbereitung gar nicht mehr wegzudenken, kommt sie doch schon, in Form von Kaliumdisulfit im Maischestadium zum Einsatz.<span id="more-2692"></span> Während des Jungweinausbaues sind mehrere Schwefelgaben in Form von Schwefeldioxid nötig, um einen stabilen Wert der freien schwefligen Säure zu erreichen. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen freier, gebundener und Restschwefliger Säure. Erst wenn alle Bindungspartner der schwefligen Säure abgebunden sind kann im Wein freie schweflige Säure gemessen werden und es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen gebundener und freier schwefliger Säure ein. Da restsüße Weine weitaus mehr Bindungsparter für schweflige Säure aufweisen, sind höhere Schwefelgaben erforderlich, welche die Gesamtbilanz der schwefligen Säure deutlich erhöhen.</p>
<p>Die Wirkung der schwefligen Säure im Wein wird in wie folgt eingeteilt:</p>
<h5>1. mikrobiologische Wirkung<br />
2. reduzierende Wirkung<br />
3. enzyminaktivierende Wirkung<br />
4. geschmacksbeeinflussende Wirkung</h5>
<p>In vier weiteren Artikeln, möchten wir die Wirkung der schwefligen Säure etwas näher beleuchten.</p>
<p>Quellen:<br />
Bassermann-Jordan, J. (1941): Aus der Geschichte des Schwefelns. Der Deutsche Weinbau, Folge-Nr. 1, S. 3-8.<br />
Wucherpfennig, K. (1984): Die schweflige Säure im Wein &#8211; önologische und toxikologische Aspekte. Deutsche Weinbau-Jahrbuch 1984, 35. Jahrgang, Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirsch, S. 213-241.<br />
Troost, G.: Technologie des Weines. Ulmer Verlag, Stuttgart, 1988<br />
Würdig G. und R: Woller: Chemie des Weines (Handbuch der Lebensmitteltechnologie) Ulmer Verlag, Stuttgart, 1989<br />
GOESSINGER, M. 2001: Böckser: Ursachen und deren Behandlung. Jahrestagebuch in Wolfpassing Dezernat Weinbauamt mit Weinbauschule Eltville, Info Blatt „schweflige Säure“ , 2009<br />
Prof. Dr. M. Christmann (2008) Schwefeln von Wein Lehrveranstaltung Nr. 6670.1 Technologie der Weinbereitung</p>
<div class="shr-publisher-2692"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Böckser &#8220;Der kleine Stinker&#8221; &#8211; Arten</title>
		<link>http://www.generation-wein.com/wordpress/boeckser-arten/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 20:08:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erst in den letzten zwei Jahrzehnten ist es durch verbesserte Analysemethoden möglich geworden, die Vielfalt an Schwefelverbindungen im Wein zu untersuchen. Man unterscheidet zwischen geruchswirksamen S-Verbindungen, die das natürliche Aroma im Wein prägen, wie z.B.  Thiole beim Sauvignon Blanc oder der Scheurebe, und solche, die bei der Böckserbildung beteiligt sind. Diese böckserauslösenden Stoffe führen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Erst in den letzten zwei Jahrzehnten ist es durch verbesserte Analysemethoden möglich geworden, die Vielfalt an Schwefelverbindungen im Wein zu untersuchen. Man unterscheidet zwischen geruchswirksamen S-Verbindungen, die das natürliche Aroma im Wein prägen, wie z.B.  Thiole beim Sauvignon Blanc oder der Scheurebe, und solche, die bei der Böckserbildung beteiligt sind. Diese böckserauslösenden Stoffe führen zu unterschiedlichen Fehltönen, die in verschiedene Böckserarten eingeteilt wurden. Ausgangsstoffe sind immer geruchswirksame S-Substanzen, die als Vorstufen dienen oder Schwefelwasserstoff, die beide im Hefestoffwechsel entstehen. Im Folgenden werden einige Böckserformen charakterisiert.<span id="more-2665"></span></p>
<h5>Schwefelwasserstoffböckser</h5>
<p>Der Schwefelwasserstoffböckser ist einer der häufigsten Böckserarten. Er zählt zu den leichten Böcksern und kann hauptsächlich während oder nach der alkoholischen Gärung auftreten. <!--o-application progid="Word.Document-->H2S ist ein Stoffwechselprodukt der Hefe, der an den Geruch von faulen Eiern erinnert. Bei ausbleibender Behandlung kann die S-Verbindung zu Mercaptanen reagieren.</p>
<h5>Aromaböckser</h5>
<p>Bezeichnung für ein Aroma im Wein, das dem eigentlichen Böckser zwar recht ähnlich ist, aber andere Stoffe als Ursache hat. Er wird durch verschiedene Schwefelverbindungen hervorgerufen, die in geringerer Ausprägung geruchlich in positiver Weise an Frucht, Zitrone oder Apfel erinnern. In stärkerer Ausprägung ist dies ein Weinfehler. (Quelle: www.DLR-Mosel.rlp.de)</p>
<h5>Jungweinböckser</h5>
<p>Nach Ende der alkoholischen Gärung können oftmals leichte Böckser auftreten. Sie sind geprägt von Schwefelwasserstoffverbindungen <!--o-application progid="Word.Document-->(H2S)  und zeigen das typische, nach faulen Eiern riechende, Fehlaroma. Die meisten von ihnen sind durch Zugabe der geringen Menge von 0,1 g/hl Kupfersulfat, entsprechend 0,25 mg/l Cu+, elegant und tatsächlich produktschonend zu beseitigen. (Schneider, 2008) Diese Art von Böcksern sollte im Jungweinstadium zeitgerecht behandelt werden, da der Schwefelwasserstoff weiter zu schwer behandelbaren Mercaptanen reagieren kann.</p>
<h5>Hefeböckser</h5>
<p>Ein nach Käse und faulen Gäraromen riechender Fehlton. Er entsteht bei der mikrobiellen Zersetzung der Hefe. Schon 1904 berichtete SCHANDLER von der Böckserbildung in Folge von Hefezersetzung und Bakterienwachstum. Das Aufrühren der Hefe stört vermutlich das Mikroklima und damit auch das Wachstum der Mikroorganismen. Höhere pH-Werte begünstigen den Zerfall der Hefe, daher sollte eine Entsäuerung erst nach dem Abstich von der Vollhefe vorgenommen werden. Bei faulem Lesegut mit unzureichender Vorklärung ist ein langer Hefekontakt nach der Gärung zu vermeiden.</p>
<h5>Lagerböckser</h5>
<p>Der Lagerböckser ist eine Erscheinung, die in den letzten Jahren verstärkt zugenommen hat. Er lässt sich nicht, wie die leichten Schwefelwasserstoffböckser frühzeitig erkennen und behandeln. Dies liegt daran, dass die Hefe während der Gärung flüchtige Schwefelverbindungen produziert, die sowohl riechbar <!--o-application progid="Word.Document-->(H2S), als auch geruchlos sind. Letztere sind Ester der Thioessigsäure. Speziell Methylester-Thioessigsäure und Ethylester-Thioessigsäure zerfallen langsam durch Hydrolyse im sauren Millieu. Es entstehen Mercaptane. Bei höhere Konzentrationen wird der Geruchsschwellenwert überschritten, was sich in einem Fehlton äußert. Diese Art von Böckser lässt sich frühzeitig kaum erkennen und zu behandeln, da Thioessigsäureester nicht mit Kupferionen oder Sauerstoff reagiert und deren Zerfall oft erst auf der Flasche, während der Lagerung vonstatten läuft. Die häufigsten Ursachen sind zu geringe Gehalte an hefeverwertbarem Stickstoff im Most und ein reduktiver Ausbau.</p>
<h5>Orthenböckser</h5>
<p>Bei Untersuchungen, ob Pflanzenschutzmittel einen Einfluss auf die Böckserbildung haben, stieß man auf das Pestizid Orthen. Orthen war ein damaliges Insektizid mit Acephat als Wirkstoff, dessen Abbau zu schwefelhaltigen Verbindungen führte. Acephat hydrolysiert sehr langsam während der Lagerung des Weines unter Freisetzung von Methylmercaptan (Rauhut und Dittrich 1991). Methylmercaptan hat einen sehr niedrigen Geruchsschwellenwert, zur Auslösung des Fehltons reichen somit Acephat.Konzentrationen weit unterhalb des zulässigen Höchstwertes für Weintrauben. Ortheneinsatz führte in den 70ern verstärkt zu Böckserproblemen.</p>
<h5>Sensorik</h5>
<h6>Böckserartige Aromen</h6>
<p>Diese Art von Aromen erinnern nicht selten an schwarze Johannisbeere oder exotische Früchte, wie sie in Scheurebe oder Sauvignon Blanc vorkommen können. Man spricht  auch von Aromaböckser. Sie bestehen hauptsächlich aus Thiolen, schwefelhaltigen Verbindungen. Umgekehrt können extreme Fruchtnoten, wie sie beispielsweise in Bukettrebsorten vorkommen, als Kloakenton oder &#8220;Katzenurin&#8221; wahrgenommen werden (Rauhut, 2001). Oftmals werden die sortentypischen Fruchtnoten von Weinen mit solchen böckserartigen Aromen maskiert. Diese Weine werden als dumpf und teilweise auch mit dem „untypischen Alterungston“ beschrieben und als fehlerhaft beanstandet.</p>
<h6>Leichte Böckser</h6>
<p>Der leichte Böckser ist geprägt durch Schwefelwasserstoffverbindungen, die während oder am Ende einer alkoholischen Gärung im Stoffwechsel der Hefe entstehen können. Sie erinnern an den Geruch von faulen Eiern.</p>
<h6>Starke Böckser</h6>
<p>Starke Böckser haben einen „käsigen“ oder „an verbrannten Gummi“ erinnernden Geruch. Im Schlimmsten Fall bekommt der Wein einen „Fäkalienton“. (Rauhut et al. 1994) Beteiligte Stoffe sind Thioessigsäureester und Methylmercaptane, die besonders in der letzten Gärphase und nach der Gärung von der Hefe durch die Umsetzung von <!--o-application progid="Word.Document-->H2S gebildet werden.</p>
<h5>Literaturverzeichnis</h5>
<p>BACH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau Nr. 16-17</p>
<p>BERNATH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau. 16-17</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3800169894/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwgenerati0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3800169894" rel="nofollow">DITTRICH, H. und GROSSMANN, M. (2006): Mikrobiologie des Weines. Ulmer-Verlag, Stuttgart</a><img class=" zqbbdizvhvzbhetobtno zqbbdizvhvzbhetobtno zqbbdizvhvzbhetobtno zqbbdizvhvzbhetobtno zqbbdizvhvzbhetobtno zqbbdizvhvzbhetobtno dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg dcxwfurdehbvwjfutfdg" style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwgenerati0c-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3800169894" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
<p><a title="Weinfehler" href="http://www.amazon.de/gp/product/3704022411/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwgenerati0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3704022411" rel="nofollow" target="_blank">EDER, E. et al.: Weinfehler. Ulmer-Verlag, Stuttgart 2000, Kap. 08.</a></p>
<p>ESCHNAUER H.R. und SCHOLL W. (1995): Mittel gegen Böckser, Deutsch.</p>
<p>Weinmagazin (23) , 11</p>
<p>GÖERTGES, S. (2001): Beseitigung  böckserartiger Fehltöne im Wein.</p>
<p>Schw. Z. Obst- und Weinb. 21</p>
<p>GOESSINGER, M. (2001): Böckser: Ursachen und deren Behandlung. Jahrestagebuch in Wolfpassing</p>
<p>GONIAK, O. J. und NOBLE, A. C. (1987): Sensory study of selected volatile sulfur compounds in white wine. American Journal of Enology and Viticulture</p>
<p>LEMPERLE. (1981): Neuere Untersuchungen zum Böckser des Weines. Die Weinwirtschaft, 5.</p>
<p>RAPP, A. und FRANCK, H. (1971): Über die Bildung von Ethanol und einigen Aromastoffen bei Modellgärversuchen in Abhängikeit von der Aminosäurekonzentration. Vitis 9</p>
<p>RAUHUT, D. und DITTRICH, H. H. (1991): Pflanzenschutzmittel und Weinqualität. Weinwirtschaft Technik, Nr. 1, 18. Jan.<em> </em></p>
<p>RAUHUT, D. et. al. (1994): „100 Jahre Hefereinzucht in Geisenheim“, Forschungsanstalt Geisenheim Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie</p>
<p>RAUHUT, D. (1996): Qualitätsmindernde schwefelhaltige Stoffe im Wein. Vorkommen, Bildung, Beseitigung. Veröffentlichung der Vorschungsanstalt Geisenheim Bd. 24</p>
<p>SCHANDLER, R 1904: Über den Böcksergeschmack im Weine. Weinbau und Weinhandel 22</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2004): Ascorbinsäure – Wirkung und Nebenwirkungen. Das Deutsche Weinmagazin, 2</p>
<p><a title="Önologische Aspekte fruchtiger Weine" href="http://www.amazon.de/gp/product/3704022942/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwgenerati0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3704022942" rel="nofollow" target="_blank">SCHNEIDER, V. (2008). Önologische Aspekte fruchtiger Weine<em>.</em> Wien: avbuch.</a></p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008): Schraubverschluss und Weinalterung. Die Winzer-Zeitschrift, Nr. 3</p>
<p>SCHUTTE, L. (1975): Precursors of sulfur-containing flavor compounds. In Fenaroli`s Handbook of Flavour Ingredients, Hrsg. T. E. Furia and N. Bellanca, Cleveland, Ohio: CRC Press</p>
<p>TESCHKE, M.: Böckserbildung. Ein seriöses Problem. Das Deutsche Weinmagazin 20, 2000, 22-25.</p>
<p><a title="Chemie des Weines" href="http://www.amazon.de/gp/product/3800158159/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;tag=wwwgenerati0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3800158159" target="_blank" rel="nofollow">WÜRDIG. G. (1989): Chemie des Weines. Handbuch der Lebensmitteltechnologie, (Hrsg: Würdig, G. und Woller, R.), Ulmer-Verlag: Stuttgart</a></p>
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		<title>Böckser &#8220;Der kleine Stinker&#8221; &#8211; Ursachen und Einflüsse</title>
		<link>http://www.generation-wein.com/wordpress/boeckser-ursachen-und-einfluesse/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 08:17:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Böckser]]></category>
		<category><![CDATA[Böckser "Der kleine Stinker"]]></category>
		<category><![CDATA[Böckser Schraubverschlüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Böckser Ursachen und Einflüsse]]></category>
		<category><![CDATA[H2S]]></category>
		<category><![CDATA[Orthen Böckser]]></category>

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		<description><![CDATA[Hefe Eine Ursache für die vermehrte Bildung von schwefelhaltigen Stoffenwährend und nach der Gärung ist die Hefe. Hefestämme unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit schwefelhaltige Stoffe zu produzieren. Untersuchungen mit verschiedenen kommerziellen Hefestämmen ergaben, dass Reinzuchthefen unterschiedliche flüchtige Schwefel-Substanzen bilden. Bei erhöhter Produktion können sich Böckser bilden. Bei einer Lagerung des Jungweines auf der Fein- oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h5>Hefe</h5>
<p>Eine Ursache für die vermehrte Bildung von schwefelhaltigen Stoffenwährend und nach der Gärung ist die Hefe. Hefestämme unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit schwefelhaltige Stoffe zu produzieren. Untersuchungen mit verschiedenen kommerziellen Hefestämmen ergaben, dass Reinzuchthefen unterschiedliche flüchtige Schwefel-Substanzen bilden. Bei erhöhter Produktion können sich Böckser bilden.<span id="more-2655"></span></p>
<p>Bei einer Lagerung des Jungweines auf der Fein- oder Vollhefe kann es ebenfalls zur Bildung von qualitätsmindernden S-Substanzen kommen. Ursache ist die mikrobielle Zersetzung der Hefe.  Ein ständige sensorische Kontrolle des Hefegelägers ist zu empfehlen.</p>
<h5>Pflanzenschutzmittel</h5>
<p>Eine Schwefelquelle für die Hefe kann der elementare Schwefel sein. Dieser wird als Netzschwefel nach wie vor zur Bekämpfung des „Echten Mehltaus“ im Weinbau angewandt. Er kann durch späte Spritztermine, nicht einhalten von Wartezeiten oder unzureichende Mostvorklärung im Wein verbleiben. Schon lange ist bekannt, dass die Hefe nach der Gärung aus Netzschwefel-Rückständen Schwefelwasserstoff bilden kann. Nach Beendigung der Gärung sedimentiert die Hefe. Dabei reichert sich Netzschwefel im Hefegeläger an. Es kommt zu einem engen räumlichen Kontakt. Die Hefe reduziert den elementaren Schwefel zu <!--o-application progid="Word.Document-->H2S. Durch die ansteigende Konzentration an Schwefelwasserstoff im Jungwein erhöht sich die Gefahr der Bildung von Folgeprodukten, die Fehltöne auslösen können (z.B. Ethanthiol, Thioessigsäureethylester und Ethionol).</p>
<p>Ein weiteres Beispiel für die Bildung von böckserartigen Aromen durch Pflanzenschutzmittel ist der Orthenböckser.  Bei Untersuchungen, ob Pflanzenschutzmittel einen Einfluss auf die Böckserbildung haben, stieß man auf das Pestizid Orthen. Orthen war ein damaliges Insektizid mit Acephat als Wirkstoff, dessen Abbau zu schwefelhaltigen Verbindungen führte. Acephat hydrolysiert sehr langsam während der Lagerung des Weines unter Freisetzung von Methylmercaptan (Rauhut und Dittrich 1991). Methylmercaptan hat einen sehr niedrigen Geruchsschwellenwert, zur Auslösung des Fehltons reichen somit Acephat.Konzentrationen weit unterhalb des zulässigen Höchstwertes für Weintrauben. Ortheneinsatz führte in den 70ern verstärkt zu Böckserproblemen.</p>
<h5>Maischeschwefelung</h5>
<p>Viele Versuche belegen, dass eine zu starke Mostschwefelung Einfluss auf die spätere Böckserbildung hat. Grund ist die Erhöhung der Reduktivität. Oft neigen Weine, die im Moststadium mehr als ausreichend geschwefelt wurden, zu Böcksern. Dagegen zeigen Weine ohne Schwefelung kaum Probleme.</p>
<h5>Trubgehalt</h5>
<p>Der Trubgehalt spielt für die Bildung von Schwefelwasserstoff während der Gärung eine wichtige Rolle. Hohe Trubgehalte fördern die H2S-Bildung. Die Erhöhte Bildung wird auf den Eiweißstoffwechsel der Hefe zurückgeführt. Bei Mangel an hefeverwertbarem Stickstoff greift die Hefe Proteine an, deren Aminosäuren sie entweder direkt verwertet oder über den Stickstoff in ihr Protein einbaut. Dabei können aus schwefelhaltigen Aminosäuren schwefelhaltige Abbauprodukte, vor allem Schwefelwasserstoff freigesetzt werden.</p>
<h5>Mostzusammensetzung</h5>
<p>Die Hauptziele aller weinbaulichen Maßnahmen während der Vegetationsphase ist die Ernte von gesunden Trauben in Verbindung mit einer optimalen Nährstoffversorgung. Dies ist für eine reibungslose Vergärung maßgebend. Die Hefe benötigt für ihre Vermehrung und ihren Stoffwechsel Stickstoff. Daraus synthetisiert sie beispielsweise Proteinen, Aminosäuren oder Vitaminen. Diesen assimilierten Stickstoff holt sie sich aus Aminosäuren im Most (z.B. Arginin und Glutamin). Nicht alle Aminosäuren sind für die Hefe verwertbar. Nun können zu geringe Mengen an hefeverwertbarem Stickstoff im Most zu erhöhter Bildung von <!--o-application progid="Word.Document-->H2S führen. Ist nicht genügend hefeverwertbarer Stickstoff vorhanden, kommt die Hefe in eine Stresssituation. Um den Mangel auszugleichen werden schwefelhaltige Aminosäuren (z.B. Cystein und Methionin) verstoffwechselt. Als Abbauprodukt entsteht Schwefelwasserstoff, der in höheren Konzentration einen Böckser auslösen kann oder zu Folgeprodukten reagiert. Neben der erhöhten Bildung von Schwefelwasserstoff können auch Gärverzögerung, Gärstockungen und ausbleibende Endvergärungen auftreten, die mit einer Bildung von unerwünschten flüchtigen Gärungsprodukten einhergehen (z.B. Ethylacetat und flüchtige Säure). Zum Ausgleich eines N-Mangels ist der Gärsalz-Zusatz (DAHP) von maximal 300 mg/l Most erlaubt.</p>
<p>Nach Rapp und Franck (1971) sollte ein Most, damit eine normale Vergärung zustande kommt, mindestens 150 mg/l Stickstoff enthalten. Zur Vermehrung benötigt die Hefe ca. 1000 mg/l Aminosäuren.</p>
<h5>Verschlüsse</h5>
<h6>Schraubverschlüsse: Einfluss auf Lagerböckser</h6>
<p>Ein absoluter Sauerstoffabschluss des Weines führt zu einer verstärkten Neidung von Lagerböcksern. Einen Lagerböckser kann man als eine spezifische Form der Alterung ansehen, welcher unter reduktiven Bedingungen entsteht. Die Gasdichtigkeit von Schraubverschlüsse verhindert die Aufnahme von Sauerstoff, wie man sie von Naturkorken her kennt. Diese Sauerstoffaufnahme kann der Bildung unterschwelliger Böckser auf der Flasche entgegen wirken kann. Durch einen Schraubverschluss wird die Neigung zur Böckserbildung verstärken, sofern der Wein grundsätzlich ein Potenzial dazu aufweist. ( Schneider 2008)</p>
<h6>Variable Sauerstoffzufuhr durch Wahl der Einlage</h6>
<p>Zunehmend werden Schraubverschlüsse mit höherer, aber auf keinen Fall definierter Sauerstoffdurchlässigkeit entwickelt. Das geschieht durch den Einsatz von PVDC und Polyethylen als Einlage unter Verzicht auf jegliche Metallfolie.</p>
<p>Ziel ist es, mit einer frei wählbaren und definierten Sauerstoffaufnahmerate den Weinmachern die Möglichkeit zu geben, unterschiedliche Weinstile durch variablen Sauerstoffzutritt zu schaffen. (Schneider 2009)</p>
<h6>Entstehung von Böcksern durch Metallverschlüsse von Flaschen</h6>
<p>Das Verschließen von Weinflaschen mittels Metallverschlüssen ist eine sehr gängige Methode, um die Qualität des Weines in der Flasche zu schützen. Dies ist jedoch nur der Fall, solange der Verschluss durch seine Kunststoffeinlage vom sauren Medium Wein getrennt ist. Die sonst auftretende Wasserstoffkorrosion, die elementaren Wasserstoff freisetzt, ist in der Lage, Schwefel zu reduzieren (Bernath, 2001).</p>
<h5>Ascorbinsäure</h5>
<p>Die Anwesenheit von Ascorbinsäure verstärkt die Neigung zur Bildung von Böcksern. Dazu zählt auch das Auftreten von Lagerböcksern auf der Flasche. Verantwortlich dafür ist die hohe Reduktivität des Milieus. (Eder 2000)</p>
<p>Ascorbinsäure greift als starkes Reduktionsmittel in die Schwermetallbilanz ein. Sie reduziert dreiwertiges (unlösliches) Eisen zu zweiwertigem (löslichem) Eisen. Da die Löslichkeit des Eisens zunimmt, wird die Notwendigkeit einer Blauschönung unter dem alleinigen Aspekt des Eisens geringer.</p>
<p>Aber auch der Zustand des Kupfers verändert sich, indem zweiwertiges (lösliches) zu einwertigem (unlöslichem) Kupfer reduziert wird. Da die Löslichkeit des Kupfers abnimmt, kann weniger Kupfer im Füllwein toleriert werden. Während in gängigen Weinen Kupfergehalte bis 0,4 mg/l Cu++ stabil sind, verringert die Ascorbinsäure die Stabilitätsgrenze auf ca. 0,25 mg/l Cu++, entsprechend 0,1 g/hl Kupfersulfat. Diese Verhältnisse sind zu berücksichtigen, wenn bewußt oder unbewußt mit geringen Mengen Kupfer abgefüllt wird.</p>
<p>Kupfersulfat wird oft präventiv vor dem Abfüllen gegen später entstehende Lagerböckser zugesetzt. Bei Anwesenheit von Ascorbinsäure muß eine solche Dosage geringer ausfallen und der tatsächliche Kupfergehalt analytisch kontrolliert werden, um Kupfertrübungen zu vermeiden. Geringere Kupfergehalte auf der Flasche führen zu einer weiteren Zunahme der Böckserneigung, wenn diese durch Grundwein und Ascorbinsäurezusatz bereits vorgegeben ist. (Schneider 2004)</p>
<h5>Weitere Einflüsse</h5>
<p>Weitere Einflüsse für die Entstehung von böckseratigen Weinfehlern sind Gärtemperatur und Behältergröße. Mit steigender Gärtemperatur erhöht sich das Risiko der H2<!--o-application progid="Word.Document-->S-Bildung. Die Gärtemperatur korreliert mit der Behältergröße. Je größer das Gärgebinde bzw. der Behälter, desto größer ist die Gärtemperatur.</p>
<h5>Literaturverzeichnis</h5>
<p>&nbsp;</p>
<p>BACH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau Nr. 16-17</p>
<p>BERNATH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau. 16-17</p>
<p>DITTRICH, H. und GROSSMANN, M. (2006): Mikrobiologie des Weines. Ulmer-Verlag, Stuttgart</p>
<p>EDER, E. et al.: Weinfehler. Ulmer-Verlag, Stuttgart 2000, Kap. 08.</p>
<p>ESCHNAUER H.R. und SCHOLL W. (1995): Mittel gegen Böckser, Deutsch.</p>
<p>Weinmagazin (23) , 11</p>
<p>GÖERTGES, S. (2001): Beseitigung  böckserartiger Fehltöne im Wein.</p>
<p>Schw. Z. Obst- und Weinb. 21</p>
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<p>RAPP, A. und FRANCK, H. (1971): Über die Bildung von Ethanol und einigen Aromastoffen bei Modellgärversuchen in Abhängikeit von der Aminosäurekonzentration. Vitis 9</p>
<p>RAUHUT, D. und DITTRICH, H. H. (1991): Pflanzenschutzmittel und Weinqualität. Weinwirtschaft Technik, Nr. 1, 18. Jan.<em> </em></p>
<p>RAUHUT, D. et. al. (1994): „100 Jahre Hefereinzucht in Geisenheim“, Forschungsanstalt Geisenheim Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie</p>
<p>RAUHUT, D. (1996): Qualitätsmindernde schwefelhaltige Stoffe im Wein. Vorkommen, Bildung, Beseitigung. Veröffentlichung der Vorschungsanstalt Geisenheim Bd. 24</p>
<p>SCHANDLER, R 1904: Über den Böcksergeschmack im Weine. Weinbau und Weinhandel 22</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2004): Ascorbinsäure – Wirkung und Nebenwirkungen. Das Deutsche Weinmagazin, 2</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008). Önologische Aspekte fruchtiger Weine<em>.</em> Wien: avbuch.</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008): Schraubverschluss und Weinalterung. Die Winzer-Zeitschrift, Nr. 3</p>
<p>SCHUTTE, L. (1975): Precursors of sulfur-containing flavor compounds. In Fenaroli`s Handbook of Flavour Ingredients, Hrsg. T. E. Furia and N. Bellanca, Cleveland, Ohio: CRC Press</p>
<p>TESCHKE, M.: Böckserbildung. Ein seriöses Problem. Das Deutsche Weinmagazin 20, 2000, 22-25.</p>
<p>WÜRDIG. G. (1989): Chemie des Weines. Handbuch der Lebensmitteltechnologie, (Hrsg: Würdig, G. und Woller, R.), Ulmer-Verlag: Stuttgart</p>
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		<item>
		<title>Böckser &#8220;Der kleine Stinker&#8221; &#8211; Behandlung</title>
		<link>http://www.generation-wein.com/wordpress/boeckser-behandlung/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 13:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Spontangärung]]></category>
		<category><![CDATA[Weinfehler]]></category>

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		<description><![CDATA[Den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung von fehlerhaften Weinen zu finden ist sehr schwierig, da das Aroma eines Böcksers auf das Zusammenspiel einer Vielzahl flüchtiger, schwefelhaltiger Verbindungen zurückzuführen ist. Die unterschiedliche Konzentration und Geruchsschwellenwerte einzelner Substanzen machen es unmöglich die Böckserart eindeutig zu bestimmen. Behandelbarere Böckser sind der Schwefelwasserstoff- sowie der Mercaptanböckser. Wobei Mercaptanböckser nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung von fehlerhaften Weinen zu finden ist sehr schwierig, da das Aroma eines Böcksers auf das Zusammenspiel einer Vielzahl flüchtiger, schwefelhaltiger Verbindungen zurückzuführen ist. Die unterschiedliche Konzentration und Geruchsschwellenwerte einzelner Substanzen machen es unmöglich die Böckserart eindeutig zu bestimmen. Behandelbarere Böckser sind der Schwefelwasserstoff- sowie der Mercaptanböckser. <span id="more-2620"></span>Wobei Mercaptanböckser nur im geringem Maße durch eine Schönung reduzierbar sind. Als  Folgereaktion können Mercaptane zu Disulfiden oxidiert werden, welche auf eine Behandlung mit Kupferionen nicht reagieren. Aus dem zeitlichen Entstehungsablauf von schwefelhaltigen Verbindungen kann man den optimalen Behandlungszeitpunkt festlegen. Ein spätes Eingreifen liefert oft nicht das gewünschte Ergebnis, weil die störenden Stoffe durch Folgereaktionen in nicht mehr zu entfernende Stoffe umgewandelt wurden.</p>
<h2>Behandlungsmöglichkeiten</h2>
<p>Die Behandlungsmöglichkeiten sind zahlreich und erfordern etwas Erfahrung, um die unterschiedlichen Böckserarten zu erkennen und dann fachgerecht zu beseitigen.</p>
<h5>Lüften des Jungweines</h5>
<p>Schon lange bekannt ist, dass Weine durch einen Abstich mit Luft von einem leichten Böckser befreit werden können. Dieses Verfahren beruht darauf, dass H2S vom Luftsauerstoff zu elementarem Schwefel und Wasser oxidiert werden kann. Leider hat sich der Sauerstoffeintrag auf die spätere Weinqualität als eher nachteilig erwiesen.</p>
<p>2H2S + O2 → 2S + 2H2O</p>
<h5>Schwefeln des Jungweines</h5>
<p>In manchen Fällen kann ein Böckser im Jungwein bereits durch das Schwefeln behoben werden. Hierbei wird das H2S vom SO2 oxidiert. Dabeibei entsteht elementarer Schwefel und Wasser (Gössinger 1997)</p>
<p>2H2S + SO2 → 2H2O + 3S</p>
<p>Bleibt der Böckser durch Lüften oder durch das Schwefeln des Jungweines dennoch bestehen, muss einer der folgenden Behandlungsschritte durchgeführt werden</p>
<h5>CuSO4 &#8211; Zugabe</h5>
<p>Durch die Zulassung von Kupfersulfat für die Weinbereitung, gibt es die Möglichkeit eine effektive und gezielte Behandlung von Böcksern durchzuführen. Das Wirkungsprinzip sieht wie folgt aus: Schwefelwasserstoff reagiert mit Cu2+ &#8211; Ionen zu schwerlöslichen Kupfersulfiden, die durch das Überschreiten des Löslichkeitsproduktes ausfallen. In manchen Fällen muss nach der Zugabe von CuSO4 im Überschuss eine Nachbehandlung mit Kaliumhexacyanoferrat durchgeführt werden. Als wichtigster Zwischenschritt muss zwischen Kupferschönung und folgender Blauschönung eine scharfe Filtration erfolgen. Ein Verzicht hierauf liefert eines der Hauptprobleme für die Rückbildung von Böcksern. Ein Verzicht auf die Blauschönung wird undenkbar, wenn die gesetzliche Höchstmenge an Kupfersulfat (CuSO4 u 2 H2O)  von maximal 10 mg/l überschritten wird Da Kupfersulfat nur zu 25 % aus reinem Kupfer (Cu+) besteht, entspricht dies einem Gehalt von 2,5 mg/l Cu+ im Wein. Der Kupfergehalt wiederum unterliegt einem Grenzwert von 1,0 mg/l Cu+, aber bereits Mengen ab ungefähr 0,5 mg/l Cu+ können eine Kupfertrübung hervorrufen. Dieser Wert kann als Stabilitätsgrenze angesehen werden. Diese wird bei Anwesenheit von Ascorbinsäure auf ca. 0,3 mg/l Cu+ heruntergesetzt.</p>
<p>Die realen Größenordnungen der benötigten Kupfermenge werden oft verkannt, denn  über 95 % der Böckser können mit 0,1 bis 0,2 g/hl Kupfersulfat beseitigt oder verhindert werden!</p>
<p><strong>Böcksertest:</strong><br />
100 mg Kupfersulfat werden in 1 l destilliertem Wasser gelöst. Von dieser haltbaren Lösung entspricht:<br />
1 ml/100 ml Wein (Probierglas) = 0,1 g/hl Kupfersulfat = 0,25 mg/l Kupfer (als Cu+). Steigende Reihe mit 0,10; 0,15; 0,20; 0,30 … g/hl Kupfersulfat; sensorische Bewertung nach 3 bis 5 Minuten bei Raumtemperatur. (Schneider  2008)</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman;"><span style="font-size: small;">(S</span>2- )<span style="font-size: small;">+ (Cu</span>2+) <span style="font-size: small;">→ CuS(s)</span></span></p>
<h5>AgCl – Zugabe</h5>
<p>Die letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Böckser nicht mit Kupfersulfat reagierten. Oft können hartnäckige Böckser  nur durch eine Kombination von Kupfersulfat und Silberchlorid. entfernt werden. Wie beim Kupfer reagieren die Silber- Kationen mit Schwefelwasserstoff zu schwerlöslichen Sulfiden, die aus der Lösung ausfallen. In der Praxis ist eine Verwendung von Silberchlorid aus Kostengründen uninteressant.</p>
<p>Nachdem es in Österreich für die Behandlung von Wein zugelassen wurde, ist es seit 2001 wieder verboten. (M. Gössinger 2001)</p>
<p>(2Ag+) + (S2-) → (Ag) 2 S</p>
<h5>Kupfercitrat-Zugabe</h5>
<p>Eine Alternative zur Behandlung des Böcksers ergibt sich durch das, nun auch in Deutschland zugelassene Kupfercitrat. Da für eine wirksame Böckserbeseitigung mit den herkömmlichen Mitteln ein Überschuß von Kupfer- bzw. Silberionen erforderlich ist, muß nachfolgend meist eine Behandlung mit Kaliumhexacyanoferrat (II) erfolgen, um die Kupfer- bzw. Silbergehalte auf das geforderte Maß abzusenken. Der große Vorteil bei einer Behandlung mit Kupfercitrat, ist das im Wein kein Rest-Kupfer verbleibt, so das eine Entfernung entfällt. Da das Kupfer(II)-sulfid ausfällt, bleibt nur freie Zitronensäure zurück, welche ja ein natürlicher Weininhaltsstoff ist.</p>
<p>Um eine optimale Verteilung im Wein zu erreichen, wird das Kupfercitrat auf eine Trägersubstanz  aufgetragen. Als Trägermaterial kann hochgereinigter Bentonit fungierten. ( Eschnauer und Scholl 1995, Görtges 2001 )</p>
<p>C<sub>12</sub>H<sub>10</sub>Cu<sub>3</sub>O<sub>14   </sub>+ 2 H<sub>2</sub>S<sub> </sub>  → 3CuS   + 2 C<sub>6</sub>H<sub>8</sub>O<sub>7</sub></p>
<h3> </h3>
<p>BACH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau Nr. 16-17</p>
<p>BERNATH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau. 16-17</p>
<p>DITTRICH, H. und GROSSMANN, M. (2006): Mikrobiologie des Weines. Ulmer-Verlag, Stuttgart</p>
<p>EDER, E. et al.: Weinfehler. Ulmer-Verlag, Stuttgart 2000, Kap. 08.</p>
<p>ESCHNAUER H.R. und SCHOLL W. (1995): Mittel gegen Böckser, Deutsch.</p>
<p>Weinmagazin (23) , 11</p>
<p>GÖERTGES, S. (2001): Beseitigung  böckserartiger Fehltöne im Wein.</p>
<p>Schw. Z. Obst- und Weinb. 21</p>
<p>GOESSINGER, M. (2001): Böckser: Ursachen und deren Behandlung. Jahrestagebuch in Wolfpassing</p>
<p>GONIAK, O. J. und NOBLE, A. C. (1987): Sensory study of selected volatile sulfur compounds in white wine. American Journal of Enology and Viticulture</p>
<p>LEMPERLE. (1981): Neuere Untersuchungen zum Böckser des Weines. Die Weinwirtschaft, 5.</p>
<p>RAPP, A. und FRANCK, H. (1971): Über die Bildung von Ethanol und einigen Aromastoffen bei Modellgärversuchen in Abhängikeit von der Aminosäurekonzentration. Vitis 9</p>
<p>RAUHUT, D. und DITTRICH, H. H. (1991): Pflanzenschutzmittel und Weinqualität. Weinwirtschaft Technik, Nr. 1, 18. Jan.<em> </em></p>
<p>RAUHUT, D. et. al. (1994): „100 Jahre Hefereinzucht in Geisenheim“, Forschungsanstalt Geisenheim Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie</p>
<p>RAUHUT, D. (1996): Qualitätsmindernde schwefelhaltige Stoffe im Wein. Vorkommen, Bildung, Beseitigung. Veröffentlichung der Vorschungsanstalt Geisenheim Bd. 24</p>
<p>SCHANDLER, R 1904: Über den Böcksergeschmack im Weine. Weinbau und Weinhandel 22</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2004): Ascorbinsäure – Wirkung und Nebenwirkungen. Das Deutsche Weinmagazin, 2</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008). Önologische Aspekte fruchtiger Weine<em>.</em> Wien: avbuch.</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008): Schraubverschluss und Weinalterung. Die Winzer-Zeitschrift, Nr. 3</p>
<p>SCHUTTE, L. (1975): Precursors of sulfur-containing flavor compounds. In Fenaroli`s Handbook of Flavour Ingredients, Hrsg. T. E. Furia and N. Bellanca, Cleveland, Ohio: CRC Press</p>
<p>TESCHKE, M.: Böckserbildung. Ein seriöses Problem. Das Deutsche Weinmagazin 20, 2000, 22-25.</p>
<p>WÜRDIG. G. (1989): Chemie des Weines. Handbuch der Lebensmitteltechnologie, (Hrsg: Würdig, G. und Woller, R.), Ulmer-Verlag: Stuttgart</p>
<div class="shr-publisher-2620"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Böckser &#8220;Der kleine Stinker&#8221; &#8211; Grundlagen</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 20:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Generation Wein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was macht der Wein?]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Böckser]]></category>
		<category><![CDATA[Fehltöne]]></category>
		<category><![CDATA[Spontangärung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Rückbesinnung auf die Spontangärung und der Umstellung auf Schraubverschlüsse, ist der Böckser sprichwörtlich wieder in aller Munde. Zugegeben, es gibt äußerst charmante Böckser und gerade die Spontangärung ist für viele Winzer ein Instrument um eigenständige Weine zu erzeugen. Doch der Grat ist schmal und die „kleinen Stinker“ sind mit vielen Mythen behaftet. Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/h2s.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2555" title="h2s" src="http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/h2s.png" alt="" width="200" height="138" /></a>Mit der Rückbesinnung auf die Spontangärung und der Umstellung auf Schraubverschlüsse, ist der Böckser sprichwörtlich wieder in aller Munde. Zugegeben, es gibt äußerst charmante Böckser und gerade die Spontangärung ist für viele Winzer ein Instrument um eigenständige Weine zu erzeugen. Doch der Grat ist schmal und die „kleinen Stinker“ sind mit vielen Mythen behaftet. Zeit das Thema einmal nüchtern zu betrachten. <img src='http://www.generation-wein.com/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der Begriff Böckser bezieht sich nicht nur auf den durch Schwefelwasserstoff ausgelösten Fehlton, sondern umfasst eine große Anzahl an flüchtigen Schwefelverbindungen im Wein. Diese schwefelhaltigen Verbindungen werden im Hefestoffwechsel während der Gärung gebildet. Sie können als Schwefelwasserstoff-Böckser während oder unmittelbar nach der Gärung auftreten oder im weiteren Ausbau zu böckserauslösenden Stoffen reagieren. Mit der Bezeichnung „Böckser“ werden heute aber auch Fehltöne charakterisiert, die auf ein stärkeres Vorkommen anderer S-haltiger Stoffe mit abträglichen sensorischen Eigenschaften zurückgeführt werden. Ursachen sind nicht mehr nur allseits bekannte Gärprobleme durch Nährstoffmangel, sondern auch erhöhte Schwefelgaben im Most oder reduktiver Ausbau. Man Spricht von „reduktiven Noten“. <span id="more-2520"></span>Sie können je nach Konzentration und Zusammensetzung einen böckserartigen, muffigen oder faulen Geruch im Jungwein, aber auch während der Lagerung auslösen. Sensorische Eindrücke erinnern, je nach Art des Böcksers, an faule Eier, verbrannten Gummi, bis hin zu Zwiebeln, Knoblauch, Kohl und Spargel.</p>
<h5>Entstehung von Sulfit (SO2)  im Hefestoffwechsel</h5>
<p>Während der Gärung kann die Hefe, aus dem Sulfat des Mostes, Sulfit bilden, welches den Gesamt-SO2-Gehalt im Jungwein erhöht. Aus Sulfat wie aus Sulfit kann Schwefelwasserstoff entstehen, welcher sich in größeren Mengen negativ auf die Sensorik auswirkt. SO2 und H2S sind Zwischenprodukte der Synthese S-haltiger Aminosäuren aus dem Sulfat des Mostes. ( Dittrich und Großmann 2006)</p>
<h5>Enstehung von Schwefelwasserstoff im Hefestoffwechsel</h5>
<p>H2S-Böckser entstehen durch eine Sulfatreduktion, d.h. die Hefe erzeugt durch die Zellatmung reduktive Reaktionsbedingungen, sie reduzieren Sulfat über Sulfid zu elementarem Schwefel, bis hin zu Schwefelwasserstoff. Dieser stellt ein Bindeglied zwischen Schwefel- und Stickstoff-Stoffwechsel dar. Normalerweise reagiert das aus dem Sulfat gebildete Sulfit weiter zu Homocystein, fehlt es der Hefe aber an  Pantothensäure, so wird das nicht benötigte H2S wieder ausgeschieden. Der H2S-Böckser stellt den ersten Weinfehler durch schwefelhaltige Stoffe dar, der während der Wachstumsphase der Hefe entsteht. Geruchlich können kleinere Mengen von 20-30 µ g/l zum Unterstreichen des Gärbuketts beitragen. Bei Überschreiten des Geruchsschwellenwertes, der zwischen 10 und 80 µg/l  liegt, werden die Weine durch den Geruch nach faulen Eiern als abstoßend wahrgenommen. Grundsätzlich kann H2S aus allen Ausgangsstoffen synthetisiert werden, die eine höhere Oxidationsstufe aufweisen Wie in der Reaktionsgleichung beschrieben, können dies mosteigenes Sulfat, schwefelige Säure, elementarer Schwefel, sowie schwefelhaltige Aminosäuren und schwefelhaltige Peptide sein. (Teschke, 2000).</p>
<h5>Entstehung von Thiolen (Mercaptanen)</h5>
<p>Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Böcksern nimmt der Schwefelwasserstoff (H2S) ein. Weiterführende chemische Reaktionen basieren alle auf dieser Substanz. Die Stoffgruppe der Mercaptane stellt den nächsten Reaktionsschritt dar, welcher beim Wein Ausbau und auch noch während der Flaschenlagerung zu Problemen führen kann.  Aromaspektrum von Mercaptanen erstreckt sich von Käse, über Zwiebeln, bis hin zu Knoblauch. Vertreter sind das Methyl-Mercaptan, sowie das Ethyl-Mercaptan. Thiole entstehen bei der Kondensationsreaktion von Schwefelwasserstoff mit einem entsprechenden Alkohol unter der Abspaltung von Wasser.</p>
<p>H2S + C2H5OH → C2H5SH +H2O</p>
<h5>Entstehung von Thioessigsäureestern</h5>
<p>Problematisch ist die Stoffgruppe der Thioessigsäureester. Ihre Bildung erfolgt durch Veresterung von Acetyl-CoA mit Methyl-bzw. Ethyl-Mercaptan Dies ist anscheinend ein Entgiftungsmechanismus von Seiten der Hefe, bei dem Mercaptane in weniger reaktionsfähige Stoffe umgewandelt werden. Typische Vertreter sind der Thioessigsäuremethylester, sowie der Thioessigsäureethylester. Das Problem bei diesen Verbindungen liegt darin, dass ihr Geruchsschwellenwert wesentlich höher liegt, als der ihrer Hydrolisationsprodukte, den Mercaptanen. Dies bedeutet, dass ein möglicher Weinfehler nicht rechtzeitig erkannt wird und sich so der Fehler meist erst auf der Flasche entwickelt.</p>
<p>CH3CSOCH2CH3   + H2O → CH3COOH + CH2CH3SH</p>
<h5>Weitere Reatkionen</h5>
<p>Eine weitere Stoffgruppe stellen die Disulfide dar. Sie entstehen durch Oxidation aus Mercaptanen, und können durch Hefereduktion und auch durch Ascorbinsäure wieder zu Mercaptanen reduziert werden. Die energetisch begünstigte Schwefelbrückenbindung in den Disulfiden macht eine Reaktion mit Kupferionen unmöglich. Als Beispiel wäre Dimethylsulfid (CH3SCH3) zu nennen, welches geruchlich an Spargel und Melasse erinnert. Der Gehalt dieser Stoffe nimmt während der Reifephase und damit verbundenen Alterung von Wein zu. (Rauhut, 1996)</p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td width="32%" valign="top"><strong>Verbindung</strong></td>
<td width="36%" valign="top"><strong>Geruchsschwellenwert [µg/l]</strong></td>
<td width="30%" valign="top"><strong>Geruchseindruck</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top"></td>
<td width="36%" valign="top"></td>
<td width="30%" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Schwefelwasserstoff S</td>
<td width="36%" valign="top">50-80</td>
<td width="30%" valign="top">verdorbene Eier, faule Eier</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Dimethylsulfid</td>
<td width="36%" valign="top">25-60</td>
<td width="30%" valign="top">Spargel, Popkorn, Melasse</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Diethylsulfid</td>
<td width="36%" valign="top">0,92</td>
<td width="30%" valign="top">gekochtes Gemüse, Zwiebeln, Knoblauch</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Dimethylsulfid</td>
<td width="36%" valign="top">29</td>
<td width="30%" valign="top">Gekochter Kohl, zwiebelähnlich</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Diethyldisulfid</td>
<td width="36%" valign="top">4,3</td>
<td width="30%" valign="top">Knoblauch, heißer Gummi</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Methylmercaptan (Methanthiol)</td>
<td width="36%" valign="top">2-12*</td>
<td width="30%" valign="top">Verdorbene Eier, Kohl</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">Ethylmercaptan (Ethanthiol)</td>
<td width="36%" valign="top">1,1</td>
<td width="30%" valign="top">Zwiebel, Gummi</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">S-Methylthioessigsäure</td>
<td width="36%" valign="top">300*</td>
<td width="30%" valign="top">Verdorbenes Gemüse</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">S-Ethylthioessigsäure</td>
<td width="36%" valign="top">40*</td>
<td width="30%" valign="top">Käsig, verbrannt</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">4-Mercaptan-4-methylpentan-2-ol</td>
<td width="36%" valign="top">3x</td>
<td width="30%" valign="top">Buchsbaum, Katzenurin</td>
</tr>
<tr>
<td width="32%" valign="top">*in Bier</td>
<td width="36%" valign="top"></td>
<td width="30%" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>BACH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau Nr. 16-17</p>
<p>BERNATH, H. P. (2007): Der Deutsche Weinbau. 16-17</p>
<p>DITTRICH, H. und GROSSMANN, M. (2006): Mikrobiologie des Weines. Ulmer-Verlag, Stuttgart</p>
<p>EDER, E. et al.: Weinfehler. Ulmer-Verlag, Stuttgart 2000, Kap. 08.</p>
<p>ESCHNAUER H.R. und SCHOLL W. (1995): Mittel gegen Böckser, Deutsch.</p>
<p>Weinmagazin (23) , 11</p>
<p>GÖERTGES, S. (2001): Beseitigung  böckserartiger Fehltöne im Wein.</p>
<p>Schw. Z. Obst- und Weinb. 21</p>
<p>GOESSINGER, M. (2001): Böckser: Ursachen und deren Behandlung. Jahrestagebuch in Wolfpassing</p>
<p>GONIAK, O. J. und NOBLE, A. C. (1987): Sensory study of selected volatile sulfur compounds in white wine. American Journal of Enology and Viticulture</p>
<p>LEMPERLE. (1981): Neuere Untersuchungen zum Böckser des Weines. Die Weinwirtschaft, 5.</p>
<p>RAPP, A. und FRANCK, H. (1971): Über die Bildung von Ethanol und einigen Aromastoffen bei Modellgärversuchen in Abhängikeit von der Aminosäurekonzentration. Vitis 9</p>
<p>RAUHUT, D. und DITTRICH, H. H. (1991): Pflanzenschutzmittel und Weinqualität. Weinwirtschaft Technik, Nr. 1, 18. Jan.<em> </em></p>
<p>RAUHUT, D. et. al. (1994): „100 Jahre Hefereinzucht in Geisenheim“, Forschungsanstalt Geisenheim Fachgebiet Mikrobiologie und Biochemie</p>
<p>RAUHUT, D. (1996): Qualitätsmindernde schwefelhaltige Stoffe im Wein. Vorkommen, Bildung, Beseitigung. Veröffentlichung der Vorschungsanstalt Geisenheim Bd. 24</p>
<p>SCHANDLER, R 1904: Über den Böcksergeschmack im Weine. Weinbau und Weinhandel 22</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2004): Ascorbinsäure – Wirkung und Nebenwirkungen. Das Deutsche Weinmagazin, 2</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008). Önologische Aspekte fruchtiger Weine<em>.</em> Wien: avbuch.</p>
<p>SCHNEIDER, V. (2008): Schraubverschluss und Weinalterung. Die Winzer-Zeitschrift, Nr. 3</p>
<p>SCHUTTE, L. (1975): Precursors of sulfur-containing flavor compounds. In Fenaroli`s Handbook of Flavour Ingredients, Hrsg. T. E. Furia and N. Bellanca, Cleveland, Ohio: CRC Press</p>
<p>TESCHKE, M.: Böckserbildung. Ein seriöses Problem. Das Deutsche Weinmagazin 20, 2000, 22-25.</p>
<p>WÜRDIG. G. (1989): Chemie des Weines. Handbuch der Lebensmitteltechnologie, (Hrsg: Würdig, G. und Woller, R.), Ulmer-Verlag: Stuttgart</p>
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