So, nachdem nun doch wieder etliche Tage vergangen sind, in denen der Alltagsstreß vom Schreiben abhielt, möchte ich hier nur noch ganz kurz ein paar Worte zur diesjährigen ProWein aus meiner Sicht verlieren. Generation Wein ist, wie üblich, spät dran ;-)

Das Schönste war für mich persönlich, viele über die letzten Jahre zu guten Freunden gewordene Menschen zu treffen und zu schnacken, zu lachen und natürlich mit ihnen über Wein zu philosophieren.

Gerade jetzt, wenn man sich nicht mehr so häufig sieht wie die letzten Jahre, da so ziemlich alle im stressigen Berufsalltag angekommen sind oder gerade ihre Thesis schreiben, genießt man derartige Momente natürlich.

Mir hat es weiterhin gefallen zu sehen wie sich die ProWein über die letzten Jahre entwickelt hat. Neue Weingüter ( speziell aus der Neuen Welt ) lassen Einen die vorgenommenen Ziele nie erreichen, da man egal was man sich vorher ausdruckt und anstreicht, sowieso nur die Hälfte schafft. Man quatscht sich an jedem Stand fest, was aber auch wieder ne schöne Sache ist. Sowas ist mir wichtiger als nun unbedingt Wein X nochmal zu verkosten. Da wir viel bei Weingütern verkosten waren, die wir auch bei uns im Shop führen, verband sich damit das Nützliche mit dem Angenehmen. Da wir “Generation Wein” ja als Hobby führen und im Prinzip die Freiheit haben nur die Weine ins Programm zu nehmen, die uns gefallen und von denen wir überzeugt sind, waren diese Gespräche natürlich schön um zu sehen, wo auch unser Weg hingeht. Denn eins soll sich bei uns nicht ändern. Unser Anspruch an die Qualität der angebotenen Weine soll unbedingt der Gleiche bleiben. Dann lieber das Ganze weiterhin nebenbei und im kleinen Rahmen betreiben!

Galerieblick ProWein

Doch kommen wir nun zum wichtigeren Teil, den Weinen:

Mehrfacher Anlaufpunkt war natürlich die Sonderverkostung der 5-Sterne-Weine des John Platter South African Wine Guides 2011, an der Verkostungstheke der Südafrika Information in Halle 6. Große Weine gab es zu verkosten, mit dabei der Saxenburg Select Shiraz Limited Release 2006, der Cabernet Sauvignon 2008 von Boekenhoutskloof und ein toller Merlot 2008 aus dem Hause Shannon.

Besonders spannend und ein persönliches Highlight, war der Meerlust Pinot Noir 2008. Rubinrot im Glas und ausgestattet mit einer feinen Nase aus Gewürzen, Waldbeeren und floralen Noten, ist dieser Pinot ein wunderbar eleganter Vertreter vom Kap.

Auf einer separaten Veranstaltung, präsentierte die Union des Grands Crus de Bordeaux den Jahrgang 2008. Wie immer in diesem Stadium nicht gerade einfach zu verkosten, doch irgendwer muß es ja machen. ;-) Zu unseren Favoriten aus dem Gebiet Pessac-Leognan zählten Pape Clement (weiß und rot), Haut Bailly und Smith Haut Lafitte Blanc. Am linken Ufer waren es Rauzan Ségla, Gruaud Larose, Léoville Poyferré und allen voran Lynch Bages. In Saint Emillon überzeugten Canon la Gaffeliere und Trottevieille, wobei in Pomerol vor allem Clinet uns nachhaltig beeindruckte. Mehr zum Bordeaux Jahrgang 2008 in den nächsten Wochen.

Das war es eigentlich schon fast wieder. Abschließend noch ein kleiner Wermutstropfen. Ich bin der Meinung, dass die ProWein keine Veranstaltung ist um sich entweder, einen anzusaufen, wie mehrfach beobachtet, zum anderen können auch an gut besuchten Ständen die Ellbogen gern mal am Körper bleiben, bzw. schadet es auch nicht den gerade voller Inbrunst erzählenden Weinmacher ausreden zu lassen und ihn nicht mitten in einem Gespräch zu unterbrechen und sich irgendwelche Flaschen reichen zu lassen. Ich weiß manchmal nicht in welchen Realitäten gewisse Leute leben. Und die eine Minute, die man da vielleicht mal länger wartet, kann man doch durchaus auch das schöne Ziffernblatt seiner teuren Uhr ansehen. Hat man mehr von als vom schieben und drängeln.

Schönen Sonntag Euch allen!

 

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