In den 50´er Jahren war Frankreich das Maß aller Dinge, wenn es um die Erzeugung von großen, langlebigen Rotweinen ging. Auf einer Europareise studierte der junge Penfolds Kellermeister Max Schubert die Weinbereitung im Bordelais und an der Rhône. Besessen von dem Wunsch einen großen australischen Rotwein zu erzeugen, kehrte er in seine Heimat zurück.
Benannt nach dem Farmhaus von Dr. Rawson Penfolds im Magill, wurde 1951 der erste „Grange“ gekeltert. Die frühen Jahrgänge erhielten allerdings schlechte Kritiken aus den eigenen Reihen, sodass Schubert von seinem Arbeitgeber Penfolds die Anweisung erhielt die Produktion einzustellen. Doch fest von seinem Wein überzeugt, setzte er die Produktion im Stillen fort.
Der große Durchbruch kam als die ersten Grange Jahrgänge langsam aus ihrer verschlossenen Phase erwachten und zu eleganten Weinen, den großen von der Rhône ebenbürtig, herangereift waren. Die Kritiker, welche dem Ganzen anfänglich skeptisch gegenüber standen, waren natürlich begeistert. Max Schubert hatte sein Ziel erreicht. Der erste Kultwein der Neuen Welt war geboren. Es war die Initialzündung für den modernen Weinbau in Australien und sendete Impulse in die ganze Welt.
Penfolds Grange 2005 verkostet:
Während die großen Weine von der Rhône oft von Einzellagen stammen und damit starken Jahrgangsschwankungen unterliegen, werden für den „Grange“ Syrah Trauben aus verschiedenen Regionen Australiens verarbeitet. Der Penfolds Grange 2005 enthält zusätzlich einen Anteil von 4,1% Cabernet Sauvignon im Verschnitt. 85% der Tauben stammen aus dem Barossa Valley, die restlichen Trauben liefern das McLaren Vale und Coonawarra. Purpurrot im Glas, präsentiert sich der 2005´er Grange mit einem betörenden Duft reifer Heidelbeeren, Aromen von Leder, geräuchertem Fleisch und Kakao. Alles perfekt bemessen, keine Komponente sticht heraus oder dominiert. Am Gaumen startet er dicht, seine Struktur geschickt verbergend. Perfekt fokussiert, seidig und saftig, dem Ausbau in großen 300 Liter Holzfässern aus amerikanischer Eiche geschuldet. Mit feinen Nuancen frischer Johannisbeeren entwickelt er sich raffiniert in die würzige Richtung. Erst im Abgang gewährt er uns einen Einblick, welch monumentale Struktur, sich unter dem Mantel dieser verführerischen Frucht verbirgt. Groß!
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