Das Jahr 2006 startete sehr kühl und der Frühling ließ bis Mitte April auf sich warten. Darauf folgte, was manche Leute als „Sahara Sommer“ bezeichneten, der heißeste Juli seit 1884. Wechselhaftes Wetter folgte und führte zu Mikrorissen in der weichen Beerenhaut.
Nach den Regenfällen Ende September, traten vermehrt Pilzkrankheiten in den Weinbergen auf. Das Starkregenereignis vom 3. Oktober verletzte die weichen Beeren, wodurch sich Botrytis, Sekundärbesiedler und Essigsäurebakterien über Nacht ausbreiteten konnten.
Und als ob diese Situation noch nicht genug Druck für die Winzer bedeutete, folgte eine Woche mit extrem hohen Temperaturen, so dass die Fäulnis im Eiltempo fortschreiten konnte. Es musste mit hohem Aufwand selektioniert werden, was sich in sehr niedrigen Erntemengen widerspiegelte.
“Gerade in schwierigen Jahren zeigen diese großen Weinbergslagen ihr wahres Potential”
Aber wie konnte dennoch ein großer Wein entstehen? Verantwortlich dafür ist die großartige Lage Rüdesheimer Berg Roseneck. Zwischen Berg Schlossberg und Berg Rottland, auf einer Höhe von 160 -200 m gelegen, ist sie durch den Taunuskamm vor Wind geschützt. Mit einer Steilheit von 30-50%, steinigen Schiefer – Quarzit Böden und der markanten Amphitheater Form, zählt sie zu den besten und schönsten Weinbergslagen im Rheingau.
Aufgrund ihrer Steilheit und den steinigen Böden, profitierten die Lagen am Rüdesheimer Berg von einer guten Drainage, sodass die Beeren sich nicht vollständig mit Wasser vollsaugen konnten, was zu weniger Mikrorissen und dadurch zu gesünderem Lesegut führte. In trockenen Jahrgängen leiden die Reben am Rüdesheimer Berg oft an Trockenstress, doch gerade in schwierigen Jahren zeigen diese großen Weinbergslagen ihr wahres Potential.
Anlässlich des 12. Rheingauer Gourmet Festival im März 2008 probierten wir die Spätlese aus dem Roseneck zum ersten Mal. Mit Noten von kandierten Früchten, kristallklarer Struktur und rauchiger Mineralik, war dieser Wein damals schon unwiderstehlich.
Drei Jahre später öffneten wir eine Flasche, um zu sehen was die 2006´er Spätlese im Anschluss an das Primärfruchtstadium so zu bieten hatte. Wir wurden nicht enttäuscht! Die Kanten etwas geglättet, aber nichts von ihrer klaren Struktur eingebüßt, beeindruckte uns die Spätlese mit Noten von Orangen und Vanille. Wie aus einem Guss am Gaumen, mit cremiger Textur und langem Nachhall. Eine großartige Leistung die das Weingut Leitz im schwierigen Jahr 2006, in der Königsklasse Spätlese, abliefern konnte.














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#1 by charlie on 21. März 2011 - 10:49
Zitieren
Roseneck: http://www.weinlagen-info.de/?lage_id=1105